Wahre Geschichten um den Zug der Fürsten

Der Fürstenzug zu Dresden (pixabay)

Aus der Zeit der Wettiner

„Ein in großes Bilderbuch sächsischer Geschichte – so bezeichnet Dieter Nadolski dies Mosaik aus Meißner Kacheln. Meißen? Ja, die sind aus Porzellan. Dann steht man davor, liest unter den Figuren der Wettiner ihre Namen und die Daten ihre Herrschaft und braucht in den meisten Fällen wohl irgendein Nachschlagewerk, will man es genauer wissen. Da hilft dieses Büchlein schon weiter.  Man kann natürlich auch Wikipedia bemühen. aber hier finden wir auch im Buch aller Herrscher in der Reihe. Mit wem geht es los? Die ersten in der Reihe sind Konrad der Große (1127–1156),  Otto der Reiche (1156–1190) und Albrecht der Stolze (1190–1195), Dietrich der Bedrängte (1195–1221): Großvater, Sohn und zwei Enkel. Voll drin sind wir damit in der sächsischen Geschichte und die Zeit, die die drei repräsentieren ist uns durch Sabine Eberts Bücher bestens bekannt. Die anderen beiden sind die letzten auf dem Zug der Fürsten: Albert (1873–1902) und Georg, hier noch als Prinz dargestellt (1902–1904) – Könige von Sachsen. Da fehlt immer noch einer, der letzte Sachensenkönig, aber  der war noch nicht im Amt als der erste Zug auf die leere Wand am Stallhof gemalt wurde. Friedrich August III., König von Sachsen; (1904–1918) wollte wohl nicht oder wurde vergessen?

 

Konrad, Otto, Albrecht, Dietrich, Albert und Georg auf dem Fürstenzug (pixabay)

Jedenfalls wird er auch von Nadolski nicht erwähnt. Der erzählt dafür in der ersten Geschichte, dass schon bei Bau des Stallhofes auf dieser Wand ein Reiterzug in Sgrafittotechnik aufgetragen wurde, aber um 1860 war davon nicht mehr viel zu sehen. also bringt Wilhelm Adolf Walther ab 1872 in knapp fünf Jahren mit einer Putzkratztechnik ein Bild auf die Wand, dass er vrher auf riesigen Bahnen mit kohle skizierte. Doch Anfang des 20. Jahrhunderts war davon auch nicht mehr viel da und die Rettung kam vom technischen Direktor der Meißner Porzellanmanufaktur. Walther hatt 65288 Mark erhalten, nun musste der Staat 60 Mark für den Quadratmeter berappen. Auf 60.000 für die 25.000 Fliesen hat man sich dann geeinigt. Darum können wir das Kunstwerk heute noch betrachten.

Blick zur Frauenkirche (pixabay)

PS: Wikipedia: Da sind noch mehr Leute abgebildet, die die Mark Meißen, dem Kurfürstentum Sachsen oder dem nicht einmal 100 Jahre durchhaltenden Königreich Sachsen zwar nicht beherrschten, aber anderweitig bekannt und berühmt wurden. In der Schlussgruppe betrachten die Maler Carl Gottlieb Peschel und  Julius Hübner ihren eigenen Entwurf des Fürstenzuges. Der Bildhauer Ernst Hähnel ist in Dresden durch diverse Denkmäler präsent und der Maler  Ludwig Richter ist nun wirklich eine bekannte Größe.

Ob Dresdner oder nicht: Mit diesem Büchlein und Wikipedia auf dem Smartphone kann man die 100 Meter schon mal gaaaanz laaangsam entlang wandern und sich in Geschichte bilden. Und wer noch mehr Zeit mit bringt, der kann sich gleich auf weitere Spuren der Geschichte begeben, denn hier auf dem Blog war schon einmal von wahren Geschichten die Rede.

  • Tauchaer Verlag / 1993 / ISBN: 3-910074-16-2 / 80 Seiten

© Bücherjunge (NZ – 28. Januar 2021 – UR)

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