Schlagwort-Archive: Gegen das Vergessen

Mohr, Francis: Flashback Ost

Road Fiction: Used for works in which a journey, as a life-changing experience, is a central part of the Action. [1]

Okay, dann stimmts. Die Reise führt den Polen Stani, den Galizier Igor und den Deutschen Hannes von Leipzig über Dresden nach Opole und nach Lwiw. 

Also, der Hannes pendelt in den achtziger Jahren zwischen Leipzig, da ist er geboren, und Dresden hin und her. Mitte der Neunziger agiert er mit den beiden anderen von Opole aus. Stani „arbeitet“ mehr in Polen, kommt aber mit Igor auch mal bis nach Lwiw. Das ist Igors Heimatstadt und dessen Eltern leben dort. Igor war mal in Deutschland, als Soldat der Roten Armee und spezifische Erlebnisse als solcher, werden Einfluss auf das Ende der Roadfiction haben. An den Anführungszeichen sieht man, dass die „Arbeit“, nun sagen wir mal, zwar gegenständlich aber weniger ehrlich ist. Kurz gesagt, der Hannes nimmt Leuten in Deutschland die Westautos weg, in Opole werden sie umgefriemelt und Igor fährt die Kisten dann in die Ukraine. Mehr muss man zum Modus Operandi nicht erwähnen, nur dass sich das Mitleid bezüglich der ehemaligen Besitzer ob deren Verhalten und Benehmen in Grenzen hält. Kurz, die haben das verdient. [2]

 

 

(mehr …)

Goldammer, Frank: Tausend Teufel

 

Max Heller – Band 2Dresden 1947. 
Ein klirrend kalter Nachkriegswinter. 
Grausame Morde in einer besetzten Stadt.

Max Heller wird weiterhin gebraucht. Der Soldat des 1. Weltkrieges und danach Polizist, ist auch heute noch dabei: Bei der Volkspolizei. Im Jahr 1945 suchte er den Angstmann und verschaffte sich dabei Respekt bei denen, die in der sowjetischen Besatzungszone das Sagen hatten: den Chefs der Roten Armee und auch dem NKWD – (Народный комиссариат внутренних дел dem Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten (aus dem wurde 1954 der KGB gebildet).

Im Jahr 1947 sind das General Medvedev und Oberst Ovtscharov.

Zwischen Hunger und Kälte, wartend auf Sohn Klaus, der aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft demnächst heimkehren soll, ermittelt Max zum Tod bisher zweier sowjetischer Offiziere. Eine Leiche findet man auf der Bautzener Straße, schnellstens abtransportiert durch die Rote Armee. Was die Soldaten nicht mit nehmen, ist ein Rucksack. In diesem findet die Polizei den Kopf eines Kriegsverbrechers.
Informationen wollen sie haben, diese Russen, rausrücken mit solchen wollen sie nicht. Nicht damit, was es mit der Kneipe eines gewissen Gutmann in der Neustadt auf sich hat, die fast abbrennt und dann die Leiche eines jungen Mädchens offenbart: Prostitution, geduldet von den Sowjets und nicht nur das…
Doch wiederum verschafft sich Max Respekt. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Nicht von Ovtscharov und auch nicht vor Seidel, dem Staatsanwalt, der schon vor Mai 1945 aktiver Jurist war und nun in der Partei – einer anderen als damals. Ein Schritt, den Max nicht gehen will, so oft ihm auch dazu geraten wird.

(mehr …)

Sterne und die LTI

 

Im Jahr 1946 schrieb ein Dresdner Professor die erste Kritik an der Lingua Tertii Imperii, der Sprache des Dritten Reiches. Der Philologe Victor Klemperer hatte als Jude den Krieg in Dresden glücklicherweise überlebt. Damit war er nicht der Einzige, aber einer unter sehr wenigen. Das ausgerechnet der Feuersturm über Dresden im Februar 1945 es dem Ehepaar Klemperer ermöglichte, sich den gelben Stern von der Kleidung zu reißen, sollte doppelt mahnen und nachdenklich machen.

Vor allem jene, die diesen unsäglichen Vergleich für angebracht halten, der durch die Aufschrift des Sterns auf diesem Bild dokumentiert ist.

Gerade Träger dieses Sterns, als in diesem noch das Wort JUDE stand, wurden diversen medizinischen Impf- und Serumversuchen unterzogen und wenn sie nicht dabei starben, dann anschließend in den Gaskammern, inzwischen zu schwach um noch arbeiten zu können.

Das Tragen des „Dresdner Sterns“, und mich schüttelt es, dies zu schreiben, impliziert einen Vergleich der Diskussion um zukünftigen Impfschutz als Anlass der Corona-Pandemie mit den Versuchen von Mengele & Co. Erschütternd auch, dass ich dies in Kreisen meiner Bekanntschaft fand.

Es erübrigt sich an sich, hier die rechtmäßige, auch in einer friedlichen Versammlung unter freiem Himmel (für alle Deutschen! – Bürgerrecht nach Artikel 8 GG) sachliche Diskussion um flächendeckende Impfungen gegen Covid-19 und Gründe für deren Ablehnung durch Teile der Bevölkerung zu erwähnen. Die das Recht dazu allerdings mit Füßen treten, wenn sie die körperliche Unversehrtheit anderer (Art. 2 Abs. 2 GG) gefährden durch Erhöhung von Ansteckungsfaktoren, wie auch immer die genannt werden. Damit stehen sich Art 2 Abs 2 und Art. 8 gegenüber worin sie ihre Schranken finden, woran auch die Polizeifestigkeit des Artikels 8 nichts ändert.

(mehr …)