Goldammer, Frank: All Inclusive

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Bereits zum zweiten mal begegnet uns so ein Hörbuch, ein Audible Original Thriller, aus der Feder von Frank Goldammer. Nach einer grusligen Wintergeschichte mit dem bezeichnendem Namen Eingeschneit begeben wir uns nun mit dem Autor in ein Urlaubsresort auf einer Isla de Español – irgendwo auf der Welt. Wir starten mit Luise, Monika (Mo), Valerie und Patricia. 

Doch das Paradies trügt. Erst verschwindet eine Urlauberin, dann ist plötzlich Valerie weg und Luise begreift: Hier geht es um Leben und Tod. Doch je tiefer sie gräbt, desto höher werden die Mauern des Schweigens. Hinter den Kulissen des scheinbar perfekten Ferienresorts verbirgt sich ein tödliches Geheimnis. Selbst der Polizei kann hier niemand trauen.

Ein atemloser Wettlauf gegen die Zeit beginnt – werden alle lebend nach Hause zurückkehren? (audible)

Nur eine der vier unterschiedlichen Freundinnen aus Schul- und Kindertagen kann zur Lösung gleich mehrerer Vermisstenfälle beitragen, die einzige sympathische. Ein Frauenkrimi? Nicht unbedingt… Wie immer bei Goldammer, ist am Ende ein anderer der Täter. Oder sind es mehrere? 

Ein Sommerthriller in einer Hörlänge von 7 Stunden und 15 Minuten. Das reicht für einmal nach Dresden und zurück. Spannend, kurzweilig, gruslig. Typisch Goldammer, dem Schreibpausen vermutlich unangenehm sind.

Und Cluburlaub ist nichts für mich. 

©️ Bücherjunge

Goldammer, Frank: Strandopfer

Aus dem offiziellen Polizeibericht des deutschen Bundeskriminalamtes und der Komenda Wojewódzka Policji Szczecinie:

Sachverhalt:

Am Montag gegen 08:00 Uhr wurde am Hauptstrand von Misdroy (Wasserkante, fester Sand) die Leiche einer männlichen Person entdeckt. Die Identität wurde zweifelsfrei als Joachim Hundt (53), deutscher Staatsbürger, festgestellt. Das Opfer war lediglich mit einer dunklen, eng anliegenden Badehose bekleidet…

Todesursache: Ertrinken…

Fremdkörper: Polierter Bernstein (39g) im Rachen (Blockade der Atemwege)…

Traumata: Keine Anzeichen von Gewaltanwendung, keine Abwehrspuren oder Verletzungen im Mundraum…

Bewertung: Ein Unfall wird aufgrund der Platzierung des Bernsteins ausgeschlossen. Es besteht ein direkter Kausalzusammenhang mit der Entführung der zehnjährigen Luisa….“

Unterschrieben haben den Bericht Lena Schuldt vom deutschen BKA und Adam Krawczyk von der polnischen Polizei.

So steht es im „Offiziellen Polizeibericht“, den der Verlag zum Rezensionsexemplar gleich mit lieferte. Dafür und überhaupt schon mal lieben Dank und ein kleiner Tipp: Ich habe noch nie einen „Inoffiziellen Polizeibericht“ gesehen…

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Goldammer Frank: Die Bestie von Dresden

1883Im Dresdner Zoo ist ein Tiger ausgebrochen. Da sich der Zoo, dass sei für Goldammer-Leser, die noch nie in Dresden waren, eine Einladung, im Großen Garten befindet, könnte sich das Tier überall verstecken. Der Zoo bemüht einen noch nicht so sehr berühmten „Wildtierjäger“, der in aller Welt zu Hause zu sein scheint. Dessen erste große Reise liegt allerdings noch in weiter Ferne. Gustav Heller soll sich um den Fall kümmern.

Im Park findet sich dann die an einen Baum dilettantisch gebundene Leiche eines jungen Mannes, gar über zugerichtet. Ein klaffender Riss zieht sich über den Hals. „War das der Tiger?“ fragt sich Kriminalassistent  Schrumm, während sein Chef lakonisch erwidert: „Ich bezweifle, dass er ihn an den Baum gebunden hat.“

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Goldammer, Frank: Eingeschneit – Flieh wenn du kannst

Was als besinnlicher Weihnachtsurlaub unter alten Freunden beginnt, wird zum Albtraum im Schnee.

Ein abgelegenes Ferienhaus, gutes Essen, Musik aus der Jugend – endlich wieder unbeschwerte Tage, fern von Familie und Verpflichtungen. Doch als einer von ihnen tot aufgefunden wird, erlischt die festliche Stimmung mit einem Schlag.

Was bleibt, sind Misstrauen und alte Wunden, die nie ganz verheilt sind. Unter der Oberfläche brodeln Neid, Enttäuschung und verpasste Chancen. Und als ein zweiter Todesfall die Gruppe erschüttert, wird klar: Die Gefahr lauert nicht draußen im Wintersturm – sie sitzt mit am Tisch.

Aus Freunden werden Feinde, aus Erinnerungen werden Beweise. Und während draußen der Schnee leise fällt, beginnt drinnen ein tödliches Spiel um Wahrheit, Schuld – und Rache. 

Klappentext. Mehr kann man eigentlich nicht sagen oder schreiben. Oder doch?

  • audible / ASIN ‏ : ‎ B0FZCMJXHG / 12.11.25 / 6 h 25 min 

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Baum, Beate: Kunstgerecht (Kirsten-Bertram 10)

Beate Baum, die sich selbst als Reisejournalistin bezeichnet und eine ausgesprochene Kennerin der Inseln jenseits des Ärmelkanal ist, hat da noch ein zweites Standbein, welches in diesem Jahr gleich zum zehnten Mal hoffentlich nicht nur die Herzen ihrer Stammleser erreichen wird. Kirsten Bertram ist wieder da, ein bißchen das Alter Ego der Autorin. Auch wenn ein paar biografische Details übereinstimmen, Kirsten ist Kirsten und Beate ist Beate, gelegentlich allerdings Viktoria. 

Besagte Kirsten Bertram kommt etwas in die Jahre. Eben war sie noch etwas über 30 (Auf Sendung – KB 1) nun schon jenseits der 50. Ihre Radleistung kreuz und quer durch Dresden kannn sich sehen lassen, gefühlt herrscht im Sommer von KUNSTGERECHT genau die Hitze, die draußen zu finden ist.

Diesmal geht es um Kunst, genauer um einen Maler, der sich nach seinem Geburtsort Zwönitz benannt hat. Berühmt geworden und natürlich egozentrisch. Dessen Privatassistent ist gerade ins Jenseits geholt  und Kirsten Bertram durch ihren Freund Viktor auf den Fall aufmerksam gemacht wurden. Existiert da ein Jugendgemälde, welches die einstige Geliebte eventuell verkaufen möchte? Doch erst einmal wird die Frau des Assistenten im eigenen Haus, kurz nach der Beisetzung des Verstorbenen, erschlagen. Der Viktor war in der Nähe und nun hat er eine Unterkunft im Hammerweg (U-Haft) bezogen.

Auch Andreas, Kirstens Mann, musst einziehen, allerdings in die Klinik und anschließend in die Reha. Dem rastlosen Investigativjournalisten passt das gar nicht, er ist mal wieder rechten Strukturen und Gruppen auf der Spur und nun zum Stillhalten gezwungen. 

Beate Baum hat das berühmte Verhältnis der beiden zu Dale Ingram erst einmal mit Dale in dessen Heimat USA verlagert. Dummerweise ist der nun mit Franziska liiert und damit fällt die polizeiliche Quelle für Kirsten aus, die sie wegen des armen Viktor anzapfen könnte. Der ermittelnde Kommissar hat für ihre Anliegen wenig Gehör…

In Schandau wird es gefährlich, aber mehr wird nicht verraten….

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Mohr, Francis: Gnadentod

 

„Die Zeit rennt. Denn schon wieder ist ein Mensch gestorben. Die Angst geht um am Rande der Stadt. Eine mysteriöse Todesserie erschüttert die Sonnen-Klinik. Wann erwischt es den nächsten Patienten? Kommissar Kafka ermittelt – und zweifelt bald schon an seinem Verstand. Da gibt es ein neues Opfer.“ (Buchrücken) …“

Das ist Stoff für einen vermutlich schon x-mal geschriebenen Roman und diverse TV-Krimis. Entweder Rache als Motiv oder assistierter Freitod oder eben Gnadentod… Doch dieser Kommissar mit dem bezeichnenden Namen Kafka, den er aus begreiflichen Gründen auch mal verleugnet, muss weit über seinen Ermittlungsansatz hinaus. Eines Abends auf dunkler Straße hat er eine Autopanne. Es begegnen ihm mehrere Busse. Auf der Suche nach Hilfe soll er sich ausweisen. 

„Polizeidienstausweis Freistaat Sachsen. Kriminalhauptkommissar Josef Kafka… Noch nie gesehen. Das Foto von Ihnen ist sogar in Farbe. Sind das neue Papiere?… Unsere Polizei hat lediglich Metallmarken.“ 

Kafka hält die Kolonne für eine Oldtimerparade.

„Das ist eigenartig. Dem Papier fehlt das Hakenkreuz. Das Deutsche Reich ist doch nach Gauen eingeteilt, oder?“ (Seite 15)

Da rennt Johann aus den Bussen in den Wald, die Betreuer oder Bewacher hinterher, was sind das für Leute? 

Von Sachsen führt der Weg ins Sudetenland, nach Berlin, die plötzlich Reichshauptstadt heißt und auf den Pirnaer Sonnenstein…

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Dresden (er)lesen 2024

Natürlich folgt der Dresdner Bücherjunge hoch über der Elbe dem Erlebnis Dresden (er)lesen, schon seit Jahren ein Ereignis am Tag des offenen Denkmals. Freunde und Verlage treffen, Musik hören, in Büchern stöbern; als in das in großer Hitze im ausgehenden Sommer des Jahres 2024. Einige Bücher mussten auch mit und diesmal eine Schallplatte.

Frank Goldammer übergab mir den dritten Band von BRUCH ( Bruch 1 / Bruch 2 ); Zeit für ein weiteres internes Gespräch und dann die Präsentation der zweiten Auflage seines Romans Vergissmeinnicht, präsentiert von der Schöpferin unermüdlich für diese Veranstaltung kämpfenden Katharina Salomo. 

Ich lauschte Kästner-Passagen der Serkowitzer Volksoper, die hier schon einen Post hat und unterhielt mich mit deren musikalischem Leiter. Einer meiner Höhepunkte war die „Stimme“ Julian Dawsons, der aus seinem Buch über den 1994 verstorbenen Pianisten Nicky Hopkins las und selbst einige der alten Songs zum Besten gab. Was passt das besser als eine Schallplatte?

Über dieses oder jenes Buch wird noch zu berichten sein… und demnächst eine Zusammenarbeit mit Katja, der Dresdner Bücherfreundin, die man, also ich, immer trifft in solchen Dresdner Veranstaltungen. Wir sehen uns meistens mehrfach, steuern wir doch oft die gleichen Verlage und Leute an

Der Bücherjunge

NZ, 12.09.2024

Goldammer, Frank: Tod auf der Elbe

Gleich komme ich auf Frank Goldammer und Gustav Heller zurück, doch bei Tod auf der Elbe fällt mir gleich mal ein anderer Autor ein Uwe Wittenfeld, ein Bochumer, ließ 2014 eine Frau vom Blauen Wunder auf einen nicht namentlich genannten, aber über 125 Jahre alten Raddampfer fallen. Mauerzwillinge heißt das Buch, den Autor lernte ich auf der Dresdner Schriftgut kennen. Das war im Jahr 2016. Ebenfalls auf der Schriftgut lernte ich zwei Jahre vorher diesen Frank Goldammer kennen, damals war von Max Heller, geschweige denn von dessen Großvater Gustav nichts in Sicht.
Nachdem Goldammer sieben Bände zu den Fällen des Max Heller herausbrachte und auch die (unvollständige?) Vorgeschichte erzählte, liegt vor uns ein noch weiter zurückführendes Buch: In Tod auf der Elbe explodiert der Kessel eines Elbedampfers und Kriminalrat Gustav Heller, Rittmeister und Pferdezüchter, befindet sich in der Nähe, der Dampfer strandet an der Pillnitzer Elbinsel. Allerdings schreiben wir das Jahr 1879.

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Baum, Beate: Erwarteter Todesfall (Kirsten-Bertram-9)

„Wem spielt der Tod des Rentners Manfred Haase in die Hände? Dem Jazzmusiker Janosch, der seinen Lebensunterhalt als Altenpfleger bestreitet, jedenfalls nicht. Journalistin Kirsten Bertram ist sicher, dass er zu unrecht unter Mordverdacht steht, und recherchiert bei Pflegediensten und der Verwandtschaft des Opfers. Vielleicht ist sie aber auch nicht objektiv: Während eines Interviews war sie dem Musiker näher gekommen als geplant.“

http://www.beatebaum.de/dresden-krimis/

Diese Zeilen finden wir auf der Webseite der Wahldresdnerin Beate Baum zu ihrem neuesten Kirsten-Bertram-Krimi, es ist bereits der neunte Fall, den sie gemeinsam mit ihrem Mann Andreas und ihrem amerikanischen Freund Dale lösen muss. Der Grund dafür ist für die inzwischen 50jährige investigative Journalistin ein sehr persönlicher und beziehungsgefährdender. Dale scheint diesmal nicht gleich die große Hilfe zu sein. Liegt das an seiner Beziehung zu Franziska, die Kriminalhauptkommissarin, die den Todesfall Haase bearbeitet? Die trat bereits in Fall 8, Dresden rechts außen, in das Geschehen ein.

Das ist schon verwickelt und wenn nicht der Kater der Franziska plötzlich zum Tierarzt gebracht werden müsste, dann hätten die Ermittlungen länger als 250 Seiten gedauert.

Es macht immer Freude mit Beate Baum oder Kirsten Baum durch Dresden zu radeln. Hier lernen wir diesmal etwas über Pflegedienste, das Thema wäre allerdings ausbaufähig gewesen. Andererseits ist es ja „nur“ der Fallaufhänger. 

Dann wäre ich noch gespannt, ob diese Pressesprecherin der Dresdner Polizeidirektion noch einmal auftaucht, denn deren Fall scheint noch ungeklärt. Nicht nur beamtenrechtlich…

Der Dank geht an Beate Baum, die mir das eBook nicht nur wegen einer solchen Besprechung zur Verfügung stellte. Wieder einmal zeigt sich, warum „Regionalkrimis“ sich überall im Land großer Beliebtheit erfreuen.

12. Dezember 2023: Beate Baum liest aus „Erwarteter Todesfall“
(Lesung mit Frank Goldammer und Francis Moor)

© Der Bücherjunge (NZ, 08.01.2024)

Goldammer, Frank: In Zeiten des Verbrechens

Schon mit dem Lesen des ersten Bandes der Geschichte um den Dresdner Kriminalkommissar Max Heller stellte sich immer wieder die Frage, wie der Mann denn durch die 12 Jahre des nationalsozialistischen sogenannten Dritten Reiches gekommen war. Mit der Zeit und mit den Einblicken in die Geschichte des Geron Rath, Hauptfigur von Volker Kutscher in bisher neun Bänden (Babylon Berlin) verstärkte sich diese Frage noch mehr:

Konnte man als Polizist, dessen Behörde der Kriminalpolizei immer mehr an den Sicherheitsdienst (SD) und die Geheime Staatspolizei (Gestapo) gekoppelt wurde oder gar darin einging, weitestgehend unschuldig ermitteln? Nun ist der Max Heller ein ganz anderer Charakter als dieser ungefähr gleichaltrige Gereon Rath.

In ZEIT DES VERBRECHENS werden wir die Antwort immer noch nicht finden, aber nun erfahren wir, wie der junge Max Heller überhaupt zur Polizei kommt. 

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