Archiv der Kategorie: Schöne Literatur / Belletristik

Kraszewski und die „Sachsenbücher“

Die Bücher des polnischen Schriftstellers Józef Ignacy Kraszewski (1812 – 1887) sind „uralt“. Sie wurden in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts geschrieben. Insgesamt soll er 240 Romane und Erzählungen geschrieben haben.  Einige wurden Hierzulande bekannt unter dem Namen „Sachsen-Romane“. Drei der historischen Romane bilden hierbei die sogenannte Sachsen – Trilogie wurde 1983/84 bis 1987 von der DEFA verfilmt:

  • August der Starke
  • Grafin Cosel (bereits 1968 schon einmal verfilmt)
  • Feldmarschall Flemming
  • Graf Brühl
  • Aus dem siebenjährigen Krieg
  • Der Gouverneur von Warschau

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Günther, Ralf: Als Bach nach Dresden kam

Ein Musiker – Duell

Mehrfach besuchte ein gewisser Johann Sebastian Bach Elbflorenz. Konzerte fanden an verschiedenen Orten statt, zu manchem Musiker hielt er persönlichen Kontakt. Von der h-Moll-Messe ist zu lesen, die dem Kurfürst Friedrich August II, König August III. von Polen gewidmet wurde. Auch die sogenannten Goldberg-Variationen haben mit Dresden zu tun. In der sächsischen Landeshauptstadt gibt es, wie anderso, ein Bachfest

Nun wurde eine Geschichte niedergeschrieben, nach der Bach (1685 – 1750) in Dresden an einem Orgelwettbewerb teilnehmen sollte. Ralf Günther, inzwischen vielen Dresdnern durch seine Dresden-Romane geläufig, erzählt, wie Jean Baptiste Volumier (1670 – 1728) im Auftrag des Starken Augusts den französischen Organisten Louis Marchand (1669 – 1732), ehemaliger Hoforganist Ludwig XIV.,  an den sächsischen Hof bringen sollte.

Argwöhnend, dass sein Amt des Direktors der französischen Hofmusik dadurch gefährdet sein könnte, ersinnt er einen Wettbewerb und reist ohne Order nach Weimar, um den damals noch jungen und schon bekannten Komponisten und Organisten zu einem Wettbewerb in Dresden zu überreden.

Aber ist die Geschichte denn wahr? Nach Ralf Günter kam es nie zum direkten Wettbewerb. „Das bis heute wohl berühmteste Duell der Musikgeschichte, ebenjenes, von dem wir hier gelesen haben, fand 1717,… gar nicht statt.“ (Seite 149) Doch der Franzose bekam wohl Hummelsausen. Schade.
In einem Roman darf der Autor ein klein wenig schummeln und so bekommen wir eine kleine, wieder einmal sehr interessante und schön geschriebene Geschichte vorgelegt: Die Lektüre löste umfangreiche Googelei aus.

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Mohr, Francis: Hotel A_TORIA

Links das ASTORIA – Rechts das andere*

Ein Dresdner Autor: Francis Mohr. Ein Dresdner Hotel: Das Astoria. Dachte ich. Aber Mohr ist ja Leipziger und während das Astoria am Strehlener Platz durch einen Lidl ersetzt wurde, steht das A_TORIA links neben Leipzigs Hauptbahnhof immer noch. Es war und ist ein Wahrzeichen von Leipzig. Schön sieht er nicht aus, dieses 1915 eröffnete, bis 1996 in Betrieb befindliche riesige Bau. Seit dem siecht es dahin. Davon erzählt die Titelgeschichte in der Mitte des Büchleins.

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Walcha, Otto: Die Steinerne Glocke

Eine Erzählung über einen Baumeister

© URDD

Bis 1994 kannte ich natürlich nur einen Schuttberg. Dann wurde daraus eine Baustelle. In langgestreckten Regalen wurden die Sandsteine sortiert. Noch waren die Dresdner gespalten: Soll man sie wieder aufbauen oder nicht? Auch mir ging es so, kannte ich doch kein anderes Bild. Meine Großmutter, die damals noch lebte, war natürlich für den Aufbau. Sie kannte das alte Dresden ja noch.

Vor noch nicht allzu langer Zeit (2014?) erstand ich eine neue Frauenkirchenuhr. Da fiel mir ein kleines Büchlein auf:  DIE STEINERNE GLOCKE von Otto Walcha.

Die Geschichte des Ratszimmereisters George BÄHR, dem Erbauer dieser protestantischen Kirche in einer protestantischen Stadt, in einem protestantischem Land, dessen Kurfürst sich dem Katholizismus zugewandt hatte, nur um König von Polen zu werden. Aber der Starke August ist ja nicht unser Thema, das Thema ist ein Junge aus dem Dorf Fürstenwalde im Osterzgebirge, der als Zimmerer nach Dresden kommt und dort das Wahrzeichen bauen wird, welches die Dresdner ihre Steinerne Glocke nennen.

Die biografische Erzählung beginnt mit einer Rahmenhandlung. Ein junger angehender Architekt kommt Anfang der 50ziger Jahre in das Planarchiv und die Bücherei des Instituts für Denkmalpflege, er benötigt noch dies und das für seine Diplomarbeit. An der Ruine mit den zwei Stümpfen kommt er vorbei… Eine junge Bibliothekarin weist ihm den Weg und versorgt ihn mit Büchern. Namen fallen, Goethe, Bernardo Bellotto, genannt CANALETTO und natürlich George Bähr. Hübsch ist sie, die junge Frau, welche den Untergang Dresdens miterlebte…

Erzählt wird dann die Lebensgeschichte des Sohnes eines Webers, welcher später in einem Atemzug mit PÖPPELMANN und anderen genannt werden wird, der Baumeister gab es viele in Elbflorenz. Im Jahre 1680 geht George fort, statt Weber wird er Zimmerer. Später will er dann nach Italien, sich den Petersdom besehen, doch daraus wird nichts: Schon auf dem Kamm des Erzgebirges dreht er um, es geht nach DRESDEN.  

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Gottwald, Josefine: Zwischen Steppe und Sternenhimmel…

… Pferdeabenteuer in aller Welt – Ein Kinderbuch aus dem Alwis – Verlag

Als Dresdner lief ich bei diversen Buchmessen (Schriftgut) immer wieder auch der Josefine Gottwald über den Weg.  Im Jahr 2014, glaube ich, das erste Mal auf der Schriftgut. Da stellte Josi auch das Kinderbuch vor, welches nun in den neuen Blog aufgenommen wird. Ich behaupte einfach mal, dass die allermeisten Pferdebücher auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt Mädchenbücher sind. Man kann das ja mal ausprobieren und unter google  „Pferdebücher“ suchen. Dabei kommt gleich das folgende Bild heraus. Das dritte in der ersten Reihe von links ist gleich mal eine Serie, klappt man den Link auf, steht da was von FÜNF PFERDEBÜCHER FÜR MÄDCHEN. Gibt es einen besseren Beweis? Es gibt sogar eine Seite dafür: pferdebücher.net, wie man ziemlich in der Mitte erkennen kann.

 

Vielleicht denkt jetzt der eine oder andere, das ist ja ein komischer Beginn für eine Buchrezension, denn dummerweise ist das Buch um das es geht gar nicht dabei. Ich kann euch aber beruhigen, gibt man „Pferdebücher+Gottwald“ ein, sieht das natürlich anders auch. Bevor ich hier ins Statistische abgleite, komme ich lieber zurück zum Thema und erkläre, es ist logisch, dass Josefines Buch nicht gleich auftaucht. Es ist nicht einfach ein Mädchenbuch sondern eins für Jungs & Mädchen. Ich hab schon Mädchenbücher gelesen. Und da ich ein ausgesprochener Fan von Harka Steinhart Nachtauge [1] bin, kenne ich mich auch mit Pferdegeschichten für Jungs aus.

Buchvorstellung

Acht kurze Geschichten erzählt Josefine Gottwald auf 90 Seiten – Geschichten aus aller Welt. Sie beginnt auf dem Kontinent, welcher wirklich das „Ende der Welt“ für uns bedeutet: In Australien reiten Jenny & Jack allein in das Land, sie wollen eine Herde Wildpferde weg treiben, da die sich am Getreide gütlich tun und Gefahr laufen, erschossen zu werden. Unvorstellbar für uns, oder?

Sehr gefallen hat mir auch die zweite Geschichte, in der ein armer Stallbursche Karim als einziger mit edlem wilden Hengst Tarik klar kommt, der einem arabischen Emir gehört. Es ist die Chance für den Jungen, denn er darf ihn in einem Rennen reiten. Die Chance die der Junge am Ende erhält, ist sehr groß…

Island ist die nächste Station. Lena & Tristan suchen auf ihren Ponys Flikka und Kráka nach entlaufenen Lämmern und kommen an alten Lavawüsten und Geysiren vorbei. Nebenbei las ich erstmals, das Pferde auch Fisch fressen. Nun, wir sind halt in Island…

Zeichnung im Buch

Büffeljagd kommt meinen „Erfahrungen“ wohl am nächsten. Ich sage bloß noch einmal Harka, welcher von seinem Vater ein Büffelpferd geschenkt bekam und sich später einen wilden Falben fängt.  Doch haben wir es hier diesmal mit einem Cherokee – Indianer zu tun. Awi Usdi, Kleiner Hirsch, bereitet sich mit seinem Pony Kola auf seine erste Büffeljagd vor. als er den ersten selbst erlegten Büffel betrauert, erklärt ihm sein Vater: 

„Auch du musst lernen, wenn du ein Jäger sein willst: Die Büffel kommen und die Büffel gehen, ebenso wie die Pferde und auch wir. Doch mit allem, was lebt sind wir verwandt. Das nennen wir Hunkápi. [2] Und Iuptála heißt: Eins sein mit den Elementen, der Mutter Erde und allem, was auf ihr lebt und gedeiht. Erweise dem Geist des alten Büffels Respekt und bitte ihn um Verzeihung. Er gibt uns sein Fleisch, so dass wir überleben können, denn seine Zeit war gekommen. Aber das Leben vergeht und erblüht zur selben Zeit, und wenn heute ein Büffel stirbt, dann wird morgen wieder ein neuer geboren.“ [3]

Die vierte Geschichte führt und nach Irland und erzähl von Fiona, die mit der Stute Maggi über die Märkte bei Kilkenny zieht und Töpfe und Pfannen verkauft. Gegenüber anderen Kindern behauptet sich das Tinker-Mädchen [4] aber auf dem Pferderücken. Mit Maggie läuft sie weg, weil sie nichts verkauft hatte. Findet sie wieder zu ihrer Familie zurück?

Die nächste Geschichte zeigt uns in den Alpen die Toni und den Franz, die hüten Haflinger-Pferde auf der Alm. Haflinger, so lernen wir, transportierten früher auf hölzernen Gestellen  Güter wie Salz und Wein über die Alpen.

Auf dem Rücken eines Norwegerponys bringt Solveig Milch und Eier auf abgelegene Höfe und schaut dabei tief hinab auf die Fjorde. Da gibt es in strömenden Regen auf dem Pass einen Unfall. Olav, das Pony kämpft tapfer und steht dem „Sonnenkind“ bei bis Hilfe naht.

Pferde ohne Spanien, geht ja gar nicht. Pilar ist mit ihrem Vater unterwegs, der ein neues Pferd erwerben will. Der Hengst scheut und verschwindet in den Gassen. Mit dem Stalljungen Carlos sucht Pilar, die eigentlich Maria heißt, nach El Fuego, denn der Junge hat den andalusischen Hengst „Feuer“ genannt. Ihr Vater braucht ein gutes Pferd, wenn er als Hirte die Stiere für die Arena auswählt. Werden sie das Pferd finden?

„Sprudelnde Geysire, brennender Wüstensand, steile Klippen am Fjord und die unendliche Prärie Nordamerikas sind nur einige Orte, die wie geschaffen sind für spannenden Abenteuer hoch zu Ross.
Acht junge Reiter aus unterschiedlichen Ländern erleben auf dem Rücken ihrer Pferde brenzlige Situationen, müssen schwierige Aufgaben bewältigen und vor allem eins: Mutig sein und auf sich selbst vertrauen! Dann kann fast alles gelingen.“ 

Zwischen Steppe… Buchrücken

Die Geschichten stammen aus verschiedenen Zeiten und doch noch nicht allzu weit weg, es scheint uns als Bewohner eines dichtbesiedelten hochindustrialisierten Landes vielleicht nur so. Sie vermitteln auch ein Bild verschiedener Kulturen und doch ist eines immer gleich: Kinder bauen zu den Vierbeinern, seien sie nur Arbeits- oder Rennpferde, seinen sie klein oder groß, eine Beziehung auf, die auf Tierliebe und Verständnis beruht. Das ist neben Abenteuer und Mut und Selbstvertrauen eine weitere Botschaft der Geschichten.

Das Buch wurde sehr schön illustriert von Sandra Mahn, welche mir die Verwendung der Zeichnung des Indianerjungen gestattete. Zu jeder Geschichte gibt es eine wundere Zeichnung, wobei mir die, auf denen die handelnden Kinder zu sehen sind, am besten gefallen. Die 1980 geborene Grafikdesignerin gestaltet nicht nur Kinderbücher sondern auch T-Shirts stellt Graffiti mit ihren Motiven her.  Sie malt am liebsten Aquarelle und dabei Tiermotive, dabei orientiert sie sich an impressionistischer Malerei. Schaut doch mal auf ihre Internetseite.

Mit Josi Gottwald und Bianca Raum (Literatwo)

Josefine Gottwald kann man auf ihren fantasievollen Blog begegnen. Schlägt man den auf, dann ahnt man es schon: Wir begegnen einer Fantasy-Autorin. Klickt einfach mal auf die obige Abbildung. Weiter geht es links zu Josefine selbst, dort erfährt man viel über die Diplombiologin, die wohl einen solchen Umweg zur Autorin brauchte. Da könnt ihr auch nachlesen, welche Bücher sie bereits geschrieben hat. Rechts wird die Fantasy-Liebhaberin lebendig, die auch bloggt.

Nicht vergessen möchte ich die Webseite elbmargarita.de, dieses Kulturmagazin ist nicht nur etwas für Dresdner.

Josefine, ich danke dir für das schöne Buch, welches ständig den Kindern der Familie „vorgehalten“ wird zwecks vermehrter Lektüre.

© Der Bücherjunge (NZ – 30. Januar 2021 – UR)

  • Anmerkungen
  • [1] Harka Steinhart Nachtauge ist den Liebhabern der Bücher von Prof. Liselotte Welskopf-Henrich natürlich bekannt. Der jagte auch mit 14 seinen ersten Büffel und zähmte später ein wildes Pferd, indem er tagelangen sang.
  • [2] Hunkapi heißt auch ein Verein bei Saarbrücken, der dort auf der Stone-Hill-Ranch beheimatet ist. Dort widmet man sich dem „gebisslosen“ Reiten, lässt also die Pferdemäuler frei. Der Name kommt also nicht von ungefähr.
  • [3] Ich bin mir nicht ganz sicher, aber die Cherokee – Indianer scheinen mir keine Büffeljäger gewesen zu sein, da sie sich schon bei der Ankunft englischer Siedler mit Farmerei befassten und südöstlich der großen Prärien lebten. Zu den nomadischen Bisonjägern gehörten sie eigentlich nicht. Allerdings sollen die Bisonherden durchaus bis zum Mississipi – River gezogen sein. 
  • [4] Fiona ist ein sogenanntes Tinker-Mädchen. Auf den ersten Blick geht ihre Familie hausieren wie „Zigeunerfamilien“. So wird auch Fiona von den Iren damit in Verbindung gebracht. Tinker sind aber keine Sinti und Roma, sondern eine eigene soziokulturelle Gruppe irischen Ursprungs. Man nennt sie auchTinker Travellers (Pavee). Sie wurden auch als Kesselflicker bezeichnet. Da die Autorin sowieso einen kleinen Glossar angehängt hat, wäre es schön gewesen, wenn dies erklärt wurden wäre. 

 

Bergmann, Rolf: Damals im Roten Kakadu

Das Blaue Wunder, Titelbild des Blogs, passt gut zu dem ziemlich kurzen Post zum Roten Kakadu. Wenn man über diese Brücke fährt und dann mit der Standseilbahn zum Luisenhof muss man noch ein paar Meter gehen, und dann steht man vorm Parkhotel und darin befand sich der Rote Kakadu. Ein Tanztempel. Meine Erfahrungen mit den Dresdner Diskoschuppen halten sich in Grenzen, aber ich war in allen mindestens einmal, auch dort, wo glücklicherweise eine Straßenbahn hielt, die einen des Nachts wieder nach Hause brachte. Damals, denn wir gingen 19:00 Uhr hin und waren gegen 00:30 Uhr wieder zurück. Nicht so wie heute…

Der rote Kakadu: Die Tanzbar im Parkhotel WEISSER HIRSCH auf dem Weißen Hirsch in Dresden. Jahrzehnte berühmt und Treffpunkt der Dresdner Jugend. Im Jahr 2005 erscheint der Roman von Rolf BERGMANN (1942 – 2015) in Dresden geboren und dort wieder lebend seit 2006 bis zum Ende seines Lebens. Der Rote Kakadu ist Sinnbild der „aufmüpfigen Jugend“ geworden.

Es geht um „Jazz und Rock’n’Roll liefern die Energie, um Widerstand zu leisten und der Bevormundung durch Elternhaus, Schule, FDJ und Politik zu trotzen. Hans Brettschneider alias Johnny kämpft um Bruni, und das Abitur will auch bestanden sein. Obendrein hat Freund Achim tollkühne Pläne …“ (amazon)

 

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Findeisen, K.A.: Der Goldene Reiter und sein Verhängnis

Es war das ultimative Geschenkbuch für Freunde und Kollegen, die Dresden besuchten. Einige Zeit lang hatte ich immer ein Extra-Exemplar im Regal. Vor mir liegt ein historischer Roman in ausdrucksstarkem Deutsch, so wie vor Jahrzehnten noch geschrieben wurde. Ehrlich, man liest ganz anders. Kurt Arnold Findeisen schrieb 1954 den historischen Roman DER GOLDENE REITER UND SEIN VERHÄNGNIS.

Vor uns liegt eine „Romanchronik aus den Tagen des Barock“.
In einem „Vorwort“ erzählt der Bildhauer Christoph Rüger im Jahr 1790 von seinem Vater Moritz, der als königlicher Bibliothekarius zu Zeiten August des Starken in Dresden lebte. Wir lernen dieses Dresden im Haus des Johann Melchior Dinglinger kennen, dem Goldschmiedemeister, der aus Schwaben an den kurfürstlich-sächsischen und zeitweise königlich-polnischen Hof kam. Dinglinger ist einer Goldfasanen des Königs. Zu diesen werden ebenso der Bildhauer Balthasar Permoser, der Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann und ein gewisser Johann Friedrich Böttger. Letzterer war Alchimist und hat mit Freiherr Ehrenfried Walther von Tschirnhaus das Meißner Porzellan erfunden, davon habe ich hier bereits einmal geschrieben.

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Baum, Beate: Weltverloren

„Winter in Dresden. Journalistin Kirsten Bertram liegt im Krankenhaus. Dort lernt sie Marianne „Ännchen“ Kulka kennen, die von der Familie Erich Kästners abstammt und einer freikirchlichen Gemeinde angehört. Als Ännchen aus der Klinik entlassen wird, beschließt sie, ihr Leben radikal zu ändern. Sie schließt sich einer Initiative an, die im Namen Kästners den Ausbau der Königsbrücker Straße in der Dresdner Neustadt verhindern will. Doch dann wird ein Praktikant des Erich Kästner Museums ermordet und Ännchen ist die Hauptverdächtige. Kirsten ist hingegen von ihrer Unschuld überzeugt und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln … “ (Klappentext)

Erich Kästner kennt jeder. DAS DOPPELTE LOTTCHENEMIL´s Detektive, die Freundschaft von PÜNKTCHEN & ANTON, oder die vom KLASSENZIMMER, das fliegen kann. Die Autobiografie ALS ICH EIN KLEINER JUNGE WAR kennen schon nicht mehr so viele. Darin beschreibt Kästner seine Kindheit in der Dresdner Neustadt. Dort wurde er in der Königsbrücker Straße im Jahr 1899 geboren. Die Villa seines Onkels Augustin ist heute das Erich–Kästner–Museum und steht am Albertplatz, von dem die Königsbrücker Straße in den Dresdner Norden führt.

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Baum, Beate: Häuserkampf

 

„Vorweihnachtszeit in Dresden. Die Journalistin Kirsten Bertram und ihr Freund Andreas Rönn, Lokalchef der „Dresdner Zeitung“, freuen sich auf die nahenden Festtage. Das ändert sich schlagartig, als Andreas‘ ungeliebter Bruder Frank auftaucht. Als Geschäftsführer einer Hamburger Baufirma will er im Dresdner Hechtviertel, einem Teil der Neustadt und ausgewiesenen Sanierungsgebiet, im großen Stil tätig werden. Andreas ist sich sicher, dass sein Bruder dabei mit unlauteren Mitteln vorgeht. Er beginnt zu recherchieren und steht bald nicht nur vor den Abgründen seiner Familiengeschichte, sondern befindet sich mit Kirsten inmitten eines mörderischen Kampfes um die von der Sanierung betroffenen Häuser.“

Das erste Buch um das Journalistenpaar Kirsten und Andreas.

Die kurze und prägnante Inhaltsangabe reicht, um genau diesen kurz zu beschreiben und um gleichzeitig nichts weiter zu verraten. Beate Baum hat auch in den weiteren Büchern RUCHLOS (2009) und WELTVERLOREN (2010) Themen ausgesucht, die sich mit ausgewählten Dresdner Stadtvierteln beschäftigen. War es in WELTVERLOREN die Königsbrücker Straße, so ist es hier das HECHTVIERTEL. Es geht um die Sanierung deses traditionsreichen Viertels in der Dresdner Neustadt, in dem auch der Erich Kästner Onkel, der Pferdehändler Augustin wohnte, welcher sich später eine Villa am Alberplatz baute.

 

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Hochstein, Hartwig (Hg.): Stammtischmorde III

Dreizehn Krimiexperten und Polizeipräsident Bernd Merbitz packen aus.  So steht das auf dem Deckel des Taschenbuches, herausgegeben von Hartwig Hochstein. Ich dachte, das wäre Andreas M. Sturm sein Metier, aber hier trifft sich ein Leipziger Stammtisch und tauscht auf diese Art und Weise seine morbiden Fantasien aus. Da sie dies veröffentlichen, scheint die Gruppe doch ungefährlich zu sein. der Leipziger Polizeipräsident erzählt betont nüchtern aus einem seiner ersten OST/WEST – Fälle und zieht dabei die Karte des Messegroßstädters, gegenüber dem kleinen Gronau, welches zwar mit einem gewissen Udo Lindenberg punkten könnte, aber auch dies übernimmt Merbitz selbst, denn er fängt Jahre nach dem erzählten Fall an und zwar während des Lindenbergkonzertes in der Red Bull Arena am 14. Juni 2014. – SPURLOS VERSCHWUNDEN ist ein Leipziger, den es auf dem Reiseweg über die Tschechoslowakische Sozialistische Republik über die Volksrepublik Ungarn bis nach Gronau verschlagen hatte. Finden wird in Merbitz´ Morduntersuchungskommission in Leipzig. Der Herausgeber hatte dem Chef der Leipziger Polizei von den geplanten Stammtischmorden erzählt und Merbitz war bereit mitzumachen.

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