Archiv der Kategorie: Rezension

Wahre Geschichten über das unbekannte Dresden

„Dresden gehört sicher zu den am häufigsten beschriebenen Städten. Da kommt es fast einer Sensation gleich, dass mit diesem Buch ein Werk erscheint, in dem wahre Geschichten erzählt werden, die bisher kaum bekannt sind – Episoden, die sich mitunter nur einen Steinwurf entfernt von solchen immer wieder vorgestellten weltberühmten Gebäuden wie Frauenkirche, Zwinger oder Semperoper ereignet haben: Seltsame Schicksale, große Lebensentwürfe, bizarre Ereignisse, Spaßiges und Schreckliches. Geschichten, die drohen, vergessen zu werden, wenn man sie nicht erzählt, und die eine Stadt erklärbar machen.“ 

Wahre Geschichten – Schutzumschlag

Warum macht einer einen Blog zu Literatur, die nur mit Dresden zu tun hat? Weil er da geboren wurde? Aber in den Bücherschränken von Großeltern und Eltern standen verschiedenste Werke rum. Da wäre zum Beispiel DAS ALTE DRESDEN zu nennen von Fritz Löffler. Gesucht und viel verkauft.

Für mich war es DER GOLDENE REITER, den ich vor Jahren las. Vor Kurzem war hier davon die Rede. Im Laufe der Zeit bekam ich so manches Büchlein geschenkt. DRESDEN – EINE STADT IN BIOGRAFIEN war vor einigen Tagen ebenfalls dran.

 

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Böttger über Tschirnhaus & Böttger

 

Bücher von Hans Joachim Böttger

Zwei in einer Rezension. Denn so wurden sie mir vorgestellt. Vom Autoren persönlich, auf der SCHRIFTGUT in Dresden. Hans-Joachim Böttcher schreibt über „spezielle historische Themen des mitteldeutschen Raumes“. [1] Angetan haben es ihm dem 1947 geborenen Denkmalpfleger und Heimatforscher die Sachsen. Im Dresdner Buchverlag fand er wohl seine Heimat und genau an dessen Stand lernte ich ihn bereits 2014 auf der Dresdner Schriftgut kennen.

Damals hatte ich schon „zu viele“Bücher im Sack, aber letztes Jahr war noch ein wenig Platz übrig. Während der Messe im November 2015 konnten wir plaudern über Sachsen, Dresden und eben über die beiden hier nun vorzustellenden Bücher.

Böttcher hat schon über Christiane Eberhardine geschrieben und über Anna, Prinzessin von Sachsen, diesmal aber sind gleich zwei andere dran. Da wäre zum erstenmal der „Namensvetter“ Johann Friedrich Böttger, und der mit diesem untrennbar verbundene Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Tritt man dem Mann im Anzug gegenüber wird man gefangen in einer Welt sächsischer und Dresdner Geschichte und in diese will ich unsere Leser nun kurz entführen.

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Wahre Geschichten um den Zug der Fürsten

Der Fürstenzug zu Dresden (pixabay)

Aus der Zeit der Wettiner

„Ein in großes Bilderbuch sächsischer Geschichte – so bezeichnet Dieter Nadolski dies Mosaik aus Meißner Kacheln. Meißen? Ja, die sind aus Porzellan. Dann steht man davor, liest unter den Figuren der Wettiner ihre Namen und die Daten ihre Herrschaft und braucht in den meisten Fällen wohl irgendein Nachschlagewerk, will man es genauer wissen. Da hilft dieses Büchlein schon weiter.  Man kann natürlich auch Wikipedia bemühen. aber hier finden wir auch im Buch aller Herrscher in der Reihe. Mit wem geht es los? Die ersten in der Reihe sind Konrad der Große (1127–1156),  Otto der Reiche (1156–1190) und Albrecht der Stolze (1190–1195), Dietrich der Bedrängte (1195–1221): Großvater, Sohn und zwei Enkel. Voll drin sind wir damit in der sächsischen Geschichte und die Zeit, die die drei repräsentieren ist uns durch Sabine Eberts Bücher bestens bekannt. Die anderen beiden sind die letzten auf dem Zug der Fürsten: Albert (1873–1902) und Georg, hier noch als Prinz dargestellt (1902–1904) – Könige von Sachsen. Da fehlt immer noch einer, der letzte Sachensenkönig, aber  der war noch nicht im Amt als der erste Zug auf die leere Wand am Stallhof gemalt wurde. Friedrich August III., König von Sachsen; (1904–1918) wollte wohl nicht oder wurde vergessen?

 

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Baum, Beate: Weltverloren

„Winter in Dresden. Journalistin Kirsten Bertram liegt im Krankenhaus. Dort lernt sie Marianne „Ännchen“ Kulka kennen, die von der Familie Erich Kästners abstammt und einer freikirchlichen Gemeinde angehört. Als Ännchen aus der Klinik entlassen wird, beschließt sie, ihr Leben radikal zu ändern. Sie schließt sich einer Initiative an, die im Namen Kästners den Ausbau der Königsbrücker Straße in der Dresdner Neustadt verhindern will. Doch dann wird ein Praktikant des Erich Kästner Museums ermordet und Ännchen ist die Hauptverdächtige. Kirsten ist hingegen von ihrer Unschuld überzeugt und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln … “ (Klappentext)

Erich Kästner kennt jeder. DAS DOPPELTE LOTTCHENEMIL´s Detektive, die Freundschaft von PÜNKTCHEN & ANTON, oder die vom KLASSENZIMMER, das fliegen kann. Die Autobiografie ALS ICH EIN KLEINER JUNGE WAR kennen schon nicht mehr so viele. Darin beschreibt Kästner seine Kindheit in der Dresdner Neustadt. Dort wurde er in der Königsbrücker Straße im Jahr 1899 geboren. Die Villa seines Onkels Augustin ist heute das Erich–Kästner–Museum und steht am Albertplatz, von dem die Königsbrücker Straße in den Dresdner Norden führt.

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Baum, Beate: Häuserkampf

 

„Vorweihnachtszeit in Dresden. Die Journalistin Kirsten Bertram und ihr Freund Andreas Rönn, Lokalchef der „Dresdner Zeitung“, freuen sich auf die nahenden Festtage. Das ändert sich schlagartig, als Andreas‘ ungeliebter Bruder Frank auftaucht. Als Geschäftsführer einer Hamburger Baufirma will er im Dresdner Hechtviertel, einem Teil der Neustadt und ausgewiesenen Sanierungsgebiet, im großen Stil tätig werden. Andreas ist sich sicher, dass sein Bruder dabei mit unlauteren Mitteln vorgeht. Er beginnt zu recherchieren und steht bald nicht nur vor den Abgründen seiner Familiengeschichte, sondern befindet sich mit Kirsten inmitten eines mörderischen Kampfes um die von der Sanierung betroffenen Häuser.“

Das erste Buch um das Journalistenpaar Kirsten und Andreas.

Die kurze und prägnante Inhaltsangabe reicht, um genau diesen kurz zu beschreiben und um gleichzeitig nichts weiter zu verraten. Beate Baum hat auch in den weiteren Büchern RUCHLOS (2009) und WELTVERLOREN (2010) Themen ausgesucht, die sich mit ausgewählten Dresdner Stadtvierteln beschäftigen. War es in WELTVERLOREN die Königsbrücker Straße, so ist es hier das HECHTVIERTEL. Es geht um die Sanierung deses traditionsreichen Viertels in der Dresdner Neustadt, in dem auch der Erich Kästner Onkel, der Pferdehändler Augustin wohnte, welcher sich später eine Villa am Alberplatz baute.

 

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Hochstein, Hartwig (Hg.): Stammtischmorde III

Dreizehn Krimiexperten und Polizeipräsident Bernd Merbitz packen aus.  So steht das auf dem Deckel des Taschenbuches, herausgegeben von Hartwig Hochstein. Ich dachte, das wäre Andreas M. Sturm sein Metier, aber hier trifft sich ein Leipziger Stammtisch und tauscht auf diese Art und Weise seine morbiden Fantasien aus. Da sie dies veröffentlichen, scheint die Gruppe doch ungefährlich zu sein. der Leipziger Polizeipräsident erzählt betont nüchtern aus einem seiner ersten OST/WEST – Fälle und zieht dabei die Karte des Messegroßstädters, gegenüber dem kleinen Gronau, welches zwar mit einem gewissen Udo Lindenberg punkten könnte, aber auch dies übernimmt Merbitz selbst, denn er fängt Jahre nach dem erzählten Fall an und zwar während des Lindenbergkonzertes in der Red Bull Arena am 14. Juni 2014. – SPURLOS VERSCHWUNDEN ist ein Leipziger, den es auf dem Reiseweg über die Tschechoslowakische Sozialistische Republik über die Volksrepublik Ungarn bis nach Gronau verschlagen hatte. Finden wird in Merbitz´ Morduntersuchungskommission in Leipzig. Der Herausgeber hatte dem Chef der Leipziger Polizei von den geplanten Stammtischmorden erzählt und Merbitz war bereit mitzumachen.

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Dresden und der Kölner Dom

Ein Dresdner Autor offenbart die Geheimnisse des Kölner Doms.

R, Günters Dom-Geheimnisse

Vor einiger Zeit schickte emons: ein Buch zu mir mit besten Grüßen von Ralf Günther. Was der Kölner und Dresdner schriftstellerisch so treibt, verfolge ich schon längerer Zeit, Köln und ihr Wahrzeichen, der Dom, war bisher nicht dabei.

Doch war Köln die erste westdeutsche Stadt am Rhein, die ich nach 1989 besser kennen lernte. Sechs Wochen verbrachte ich Anfang 1991 beruflich in der Stadt. Da war ein Besuch des Doms natürlich zwingend geboten. Ein gewaltiger Bau – die größte Kirche Deutschlands 

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft ein Beitrag des WDR auf YouTube. Diese Kathedrale ist Schauplatz nicht nur christlicher Lithurgie, man lies sogar die Computerspielemesse “gamescom“ in den Bau. Laserimaginationen, Musik… 

„Wem gehört der Dom? – Der Dom gehört sich selbst.“ Spricht der Dombaumeister in diesem Beitrag.

Was macht diesen Dom so spektakulär? Da wäre schon mal die Bauzeit. Sechshundert Jahre. Von einer ersten Basilika über die ersten Anfänge des Neubaus, bis man im 19. Jahrhundert tatsächlich noch einmal eine gotische Kathedrale in den Himmel zog. Die gotische Baukunst: Das war doch Vergangenheit?

Ralf Günther geht der Frage nach, ob denn da viel mehr Raum für anderes und nicht nur die christliche Lehre sei. Er sei ein magischer Ort, voller heidnischer Geister und Dämonen. Der im Mittelalter neben dem christlichen Glauben noch verbreitete Glauben an solche ist in gotischen Kathedralen schnell sichtbar, zum Beispiel durch die Wasserspeier an der Fassade. 

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Goldammer, Frank: Zwei fremde Leben

 

Dreißig Jahre ist es nun her, dass Deutschland wieder zueinander gefügt wurde. Zumeist zum Guten für seine Bürgerinnen und Bürger, von den allermeisten zur Kenntnis genommen, von vielen erfreut begrüßt, von manchen gefürchtet: Niemandem sollte es schlechter gehen, „blühende Landschaften“ verhieß der Bundeskanzler und ja, schauen wir uns doch einmal um, das lässt sich bestätigen. Für jeden?

Frank Goldammer bewegt sich seit einigen Jahren in die Geschichte des Landes(teils), in dem er geboren wurde, er hat den Buchhelden seiner Heimatstadt gefunden in Max Heller, dem Kriminalisten der ersten fünfzehn Jahre der DDR. Fünf Bücher sind es bereits und bald erscheint der sechste Roman.

In der Mitte dieses Jahres verlässt Goldammer erst einmal die fünfziger Jahre, um sich einem ernsten Thema zu widmen, welches in einem Roman zu kleiden nicht das Einfachste ist. Ein Thema, das im dreißigsten Jahr des Mauerfalls schon passt.

 

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Tellkamp, Uwe: Der Turm

Zwei mal Post zu einem Buch. Wie steht ein Dresdner zu Uwe Tellkamps vielgerühmten Buch DER TURM

Teil 1: Eindruck während des Lesens (12. Juni 2011)

Nun ärgere ich mich seit Tagen fasziniert durch dieses Buch. Nein ich will hier keine vollständige Rezension schreiben, nur mal zwischendurch meine Meinung zu einem speziellen Problem kund tun.

Fasziniert? Der Tellkamp muss eine Erzählwut in sich haben und zeigt damit eine Gestaltungsbreite, da kann man nur fasziniert sein. Er spielt mit den Worten und Sätzen, die er verschiedenen Personen gezielt zuordnet. Und beschreiben kann er. Der gebürtige Dresdner sieht sich mit der Standseilbahn auf den Weißen Hirsch, das Goldstaubviertel wie wir sagten, fahren. Er läuft die Schillerstrasse hoch und findet sich später am Parkhotel und in der Kakadubar wieder. Berühmt – berüchtigt in Jugendzeiten.

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Tellkamp, Uwe: Die Carus-Sachen

Die Carus – Sachen. Neulich stieß ich wieder mal auf Uwe Tellkamp. Es ist ein Weilchen her, da ich den dicken TURM in den Händen hatte. Damals schrieb ich sinngemäß begeistert von der Art und Weise des Schreibens dieses Dresdner Autoren und regte mich gleichzeitig darüber auf, dass Tellkamp in seiner Dresden-Beschreibung so manches Fiktives dar und neben Faktisches stellte. Der Suhrkamp / Inselverlag beschreibt das Buch als „eine Rückkehr in die Welt des Turms“.

Das Buch. Der Roman ist auch die Geschichte einer Arzt-Familie, der Vater ist Oberarzt an der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus und der Name dieses Gelehrten kommt nicht von ungefähr.

Nun schickt Tellkamp, selbst Arzt, ein kleines Büchlein hinterher, welches diesem Carus gewidmet ist.

„Ich gehe wieder zu Carus, sagte Vater, bevor er morgens die Wohnung verließ, und musterte im Spiegel das streng geteilte Haar… Hebammentasche mit Stethoskop, Arzneiampullen, Prüfchargen für toxikologische Prüfreihen, Luer-Spritzen, Ampullensägen in den Gummislaschen, Fingerhut und Meerzwiebel Extrakt friedlich neben Schnittenpaket, Kaffeeflasche und zwei gebügelten Stofftaschentüchern: Jetzt gehe ich wieder zu Carus, Fabian, sagte Vater feierlich, doch zurückhaltend, mache mich auf den Weg zum großen Forscher und Künstler, der aus Leipzig stammt und nach Dresden gegangen ist.“ 

Seite 25

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