Archiv der Kategorie: Rezension

Im Dienste Sachsens

Einst war es für die Dresdner Bürger nicht möglich, auf dem Balkon Europas zu lustwandeln. Bevor die nach ihrem Bewohner, oder Benutzer und Erbauer, dem Minister Brühl nach ihm benannte Terrasse dies ermöglichte, war diese Gegend Festung. Soldaten, Kanonen, Pferde, Schießscharten, Schanzen…

Im Regal mit den ganzen Dresden Sachen finden sich zwei Bücher, die dazu einen gewissen Bezug aufweisen. 

Das Dienst = Reglement / Im Dienste Sachsens

Das Reprint weist das Wacht- und Dienst-Reglement vor die Garnison in der Residenz-Stadt und Vestung Dreßden, de Anno 1777 auf, während wir im Band Im Dienste Sachsens Uniformen und Dienstkleidungen des 18. und 19. Jahrhunderts teilweise des 20. Jahrhunderts finden.

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Galonska / Elstner: Hellerau

Geschichte in Fotos

Wer kennt das nicht: Da lebt man Jahre oder gar Jahrzehnte in einer Stadt und doch gibt es Stadtteile, die man gar nicht richtig kennt. 5fb1c-Logo2BB25C325BCcherjunge

In meinem Fall habe ich sogar zehn Jahre ganz in der Nähe gearbeitet und bin manchmal, bei Stau auf der Königsbrücker Landstraße auf den Moritzburger Weg abgebogen um von Hellerau zum Flughafen Klotzsche zu gelangen.

Im Laufe dieser Bloggertätigkeit lernte ich vor einigen Jahren Frank Elstner vom Palisander-Verlag kennen und auf der vorletzten Buchmesse in Leipzig fand ich dieses Fotobuch über die Gartenstadt Hellerau in den Regalen des Verlages, es erschien allerdings bereits im Jahr 2007, damals feierte man Einhundert Jahre erste deutsche Gartenstadt.

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Gottwald, Josefine: Zwischen Steppe und Sternenhimmel…

… Pferdeabenteuer in aller Welt – Ein Kinderbuch aus dem Alwis – Verlag

Als Dresdner lief ich bei diversen Buchmessen (Schriftgut) immer wieder auch der Josefine Gottwald über den Weg.  Im Jahr 2014, glaube ich, das erste Mal auf der Schriftgut. Da stellte Josi auch das Kinderbuch vor, welches nun in den neuen Blog aufgenommen wird. Ich behaupte einfach mal, dass die allermeisten Pferdebücher auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt Mädchenbücher sind. Man kann das ja mal ausprobieren und unter google  „Pferdebücher“ suchen. Dabei kommt gleich das folgende Bild heraus. Das dritte in der ersten Reihe von links ist gleich mal eine Serie, klappt man den Link auf, steht da was von FÜNF PFERDEBÜCHER FÜR MÄDCHEN. Gibt es einen besseren Beweis? Es gibt sogar eine Seite dafür: pferdebücher.net, wie man ziemlich in der Mitte erkennen kann.

 

Vielleicht denkt jetzt der eine oder andere, das ist ja ein komischer Beginn für eine Buchrezension, denn dummerweise ist das Buch um das es geht gar nicht dabei. Ich kann euch aber beruhigen, gibt man „Pferdebücher+Gottwald“ ein, sieht das natürlich anders auch. Bevor ich hier ins Statistische abgleite, komme ich lieber zurück zum Thema und erkläre, es ist logisch, dass Josefines Buch nicht gleich auftaucht. Es ist nicht einfach ein Mädchenbuch sondern eins für Jungs & Mädchen. Ich hab schon Mädchenbücher gelesen. Und da ich ein ausgesprochener Fan von Harka Steinhart Nachtauge [1] bin, kenne ich mich auch mit Pferdegeschichten für Jungs aus.

Buchvorstellung

Acht kurze Geschichten erzählt Josefine Gottwald auf 90 Seiten – Geschichten aus aller Welt. Sie beginnt auf dem Kontinent, welcher wirklich das „Ende der Welt“ für uns bedeutet: In Australien reiten Jenny & Jack allein in das Land, sie wollen eine Herde Wildpferde weg treiben, da die sich am Getreide gütlich tun und Gefahr laufen, erschossen zu werden. Unvorstellbar für uns, oder?

Sehr gefallen hat mir auch die zweite Geschichte, in der ein armer Stallbursche Karim als einziger mit edlem wilden Hengst Tarik klar kommt, der einem arabischen Emir gehört. Es ist die Chance für den Jungen, denn er darf ihn in einem Rennen reiten. Die Chance die der Junge am Ende erhält, ist sehr groß…

Island ist die nächste Station. Lena & Tristan suchen auf ihren Ponys Flikka und Kráka nach entlaufenen Lämmern und kommen an alten Lavawüsten und Geysiren vorbei. Nebenbei las ich erstmals, das Pferde auch Fisch fressen. Nun, wir sind halt in Island…

Zeichnung im Buch

Büffeljagd kommt meinen „Erfahrungen“ wohl am nächsten. Ich sage bloß noch einmal Harka, welcher von seinem Vater ein Büffelpferd geschenkt bekam und sich später einen wilden Falben fängt.  Doch haben wir es hier diesmal mit einem Cherokee – Indianer zu tun. Awi Usdi, Kleiner Hirsch, bereitet sich mit seinem Pony Kola auf seine erste Büffeljagd vor. als er den ersten selbst erlegten Büffel betrauert, erklärt ihm sein Vater: 

„Auch du musst lernen, wenn du ein Jäger sein willst: Die Büffel kommen und die Büffel gehen, ebenso wie die Pferde und auch wir. Doch mit allem, was lebt sind wir verwandt. Das nennen wir Hunkápi. [2] Und Iuptála heißt: Eins sein mit den Elementen, der Mutter Erde und allem, was auf ihr lebt und gedeiht. Erweise dem Geist des alten Büffels Respekt und bitte ihn um Verzeihung. Er gibt uns sein Fleisch, so dass wir überleben können, denn seine Zeit war gekommen. Aber das Leben vergeht und erblüht zur selben Zeit, und wenn heute ein Büffel stirbt, dann wird morgen wieder ein neuer geboren.“ [3]

Die vierte Geschichte führt und nach Irland und erzähl von Fiona, die mit der Stute Maggi über die Märkte bei Kilkenny zieht und Töpfe und Pfannen verkauft. Gegenüber anderen Kindern behauptet sich das Tinker-Mädchen [4] aber auf dem Pferderücken. Mit Maggie läuft sie weg, weil sie nichts verkauft hatte. Findet sie wieder zu ihrer Familie zurück?

Die nächste Geschichte zeigt uns in den Alpen die Toni und den Franz, die hüten Haflinger-Pferde auf der Alm. Haflinger, so lernen wir, transportierten früher auf hölzernen Gestellen  Güter wie Salz und Wein über die Alpen.

Auf dem Rücken eines Norwegerponys bringt Solveig Milch und Eier auf abgelegene Höfe und schaut dabei tief hinab auf die Fjorde. Da gibt es in strömenden Regen auf dem Pass einen Unfall. Olav, das Pony kämpft tapfer und steht dem „Sonnenkind“ bei bis Hilfe naht.

Pferde ohne Spanien, geht ja gar nicht. Pilar ist mit ihrem Vater unterwegs, der ein neues Pferd erwerben will. Der Hengst scheut und verschwindet in den Gassen. Mit dem Stalljungen Carlos sucht Pilar, die eigentlich Maria heißt, nach El Fuego, denn der Junge hat den andalusischen Hengst „Feuer“ genannt. Ihr Vater braucht ein gutes Pferd, wenn er als Hirte die Stiere für die Arena auswählt. Werden sie das Pferd finden?

„Sprudelnde Geysire, brennender Wüstensand, steile Klippen am Fjord und die unendliche Prärie Nordamerikas sind nur einige Orte, die wie geschaffen sind für spannenden Abenteuer hoch zu Ross.
Acht junge Reiter aus unterschiedlichen Ländern erleben auf dem Rücken ihrer Pferde brenzlige Situationen, müssen schwierige Aufgaben bewältigen und vor allem eins: Mutig sein und auf sich selbst vertrauen! Dann kann fast alles gelingen.“ 

Zwischen Steppe… Buchrücken

Die Geschichten stammen aus verschiedenen Zeiten und doch noch nicht allzu weit weg, es scheint uns als Bewohner eines dichtbesiedelten hochindustrialisierten Landes vielleicht nur so. Sie vermitteln auch ein Bild verschiedener Kulturen und doch ist eines immer gleich: Kinder bauen zu den Vierbeinern, seien sie nur Arbeits- oder Rennpferde, seinen sie klein oder groß, eine Beziehung auf, die auf Tierliebe und Verständnis beruht. Das ist neben Abenteuer und Mut und Selbstvertrauen eine weitere Botschaft der Geschichten.

Das Buch wurde sehr schön illustriert von Sandra Mahn, welche mir die Verwendung der Zeichnung des Indianerjungen gestattete. Zu jeder Geschichte gibt es eine wundere Zeichnung, wobei mir die, auf denen die handelnden Kinder zu sehen sind, am besten gefallen. Die 1980 geborene Grafikdesignerin gestaltet nicht nur Kinderbücher sondern auch T-Shirts stellt Graffiti mit ihren Motiven her.  Sie malt am liebsten Aquarelle und dabei Tiermotive, dabei orientiert sie sich an impressionistischer Malerei. Schaut doch mal auf ihre Internetseite.

Mit Josi Gottwald und Bianca Raum (Literatwo)

Josefine Gottwald kann man auf ihren fantasievollen Blog begegnen. Schlägt man den auf, dann ahnt man es schon: Wir begegnen einer Fantasy-Autorin. Klickt einfach mal auf die obige Abbildung. Weiter geht es links zu Josefine selbst, dort erfährt man viel über die Diplombiologin, die wohl einen solchen Umweg zur Autorin brauchte. Da könnt ihr auch nachlesen, welche Bücher sie bereits geschrieben hat. Rechts wird die Fantasy-Liebhaberin lebendig, die auch bloggt.

Nicht vergessen möchte ich die Webseite elbmargarita.de, dieses Kulturmagazin ist nicht nur etwas für Dresdner.

Josefine, ich danke dir für das schöne Buch, welches ständig den Kindern der Familie „vorgehalten“ wird zwecks vermehrter Lektüre.

© Der Bücherjunge (NZ – 30. Januar 2021 – UR)

  • Anmerkungen
  • [1] Harka Steinhart Nachtauge ist den Liebhabern der Bücher von Prof. Liselotte Welskopf-Henrich natürlich bekannt. Der jagte auch mit 14 seinen ersten Büffel und zähmte später ein wildes Pferd, indem er tagelangen sang.
  • [2] Hunkapi heißt auch ein Verein bei Saarbrücken, der dort auf der Stone-Hill-Ranch beheimatet ist. Dort widmet man sich dem „gebisslosen“ Reiten, lässt also die Pferdemäuler frei. Der Name kommt also nicht von ungefähr.
  • [3] Ich bin mir nicht ganz sicher, aber die Cherokee – Indianer scheinen mir keine Büffeljäger gewesen zu sein, da sie sich schon bei der Ankunft englischer Siedler mit Farmerei befassten und südöstlich der großen Prärien lebten. Zu den nomadischen Bisonjägern gehörten sie eigentlich nicht. Allerdings sollen die Bisonherden durchaus bis zum Mississipi – River gezogen sein. 
  • [4] Fiona ist ein sogenanntes Tinker-Mädchen. Auf den ersten Blick geht ihre Familie hausieren wie „Zigeunerfamilien“. So wird auch Fiona von den Iren damit in Verbindung gebracht. Tinker sind aber keine Sinti und Roma, sondern eine eigene soziokulturelle Gruppe irischen Ursprungs. Man nennt sie auchTinker Travellers (Pavee). Sie wurden auch als Kesselflicker bezeichnet. Da die Autorin sowieso einen kleinen Glossar angehängt hat, wäre es schön gewesen, wenn dies erklärt wurden wäre. 

 

Dichterhäuser um Dresden

Eine dichterische Reise kann man unternehmen und dieses Büchlein passt in jede Fototasche. Besucht man all diese Orte rund um Dresden hat man eine Weile zu tun.

Zuerst stutzte ich, gar kein Kästner, gar kein Körner? Und auch der Schiller wird im Büchlein nicht mit einer eigenen Geschichte erwähnt? Aber das Buch heißt ja: … rund um Dresden…

Trotz ausgeprägter bibliophiler Neigung: die Dichter des 18. Jahrhunderts waren bisher eher nicht Gegenstand meiner lit(t)erarischen Unternehmungen. Und der Kunstbanause muss dann auch gestehen, dass er mit einer ganzen Reihe dieser Großen nichts anzufangen weiß. Doch halt: Da ist plötzlich von einem Richard Wagner die Rede, das Richard Wagner Haus in Graupa wird sicher demnächst einmal aufgesucht. Neu war mir, dass Friedrich Wolf eine Zeit lang in Langebrück ansässig war.  „Professor Mamlock“ war Schulstoff und „Die Weihnachtsgans Auguste“ beliebter Kinderspaß, erst im Buch und alljährlich auch als Film am Weihnachtstag.

Tatsächlich bekannt ist mir eher die Villa Shatterhand in Radebeul, die mit einem gewissen Karl May verbunden ist. Auch diese habe ich bestimmt das letzte Mal als Kind gesehen. Da sollte man mal wieder schauen, was die heutige Ausstellung so her gibt.

„Richard Wagner schrieb den Lohengrin in seiner Sommerwohnung auf dem Schäferschen Gut in Graupa und Karl May legte mit dem Kauf seiner Villa Old Shatterhand in Radebeul, in dem er seine letzten Lebensjahre verbrachte, den Grundstein für das heutige Karl-May-Museum. Die meisten in diesem Band vorgestellten Häuser beherbergen heute Museen, Archive, Gedenkstätten und sind der Öffentlichkeit zugänglich. Das Buch lädt ein zum Besuch von historischen Gebäuden in unvergleichlicher Landschaft. Nach dem erfolgreichen Buch Dresdner Dichterhäuser lädt der Folgeband zu Besuchen auf Schlössern, Rittergütern und Sommerhäusern von Nöthnitz bis Maxen, Wachau bis Radeberg, Langebrück bis Radebeul.“ (Buchrücken)

 

Anzunehmen ist dass die Geberin des Geschenkbüchleins mich auf die Reise schicken will, nicht nach Plätzen, die man „verlorene“ nennt, nein, auf die Suche nach den Dichtern vergangener Zeiten mit einiger Bedeutung. doch warten wir besser das Frühjahr ab.

  • Norbert Weiß, Jens Wonneberger: Dichterhäuser um Dresden
  • be.bra verlag berlin.brandenburg, Berlin 2004
  • ISBN: 3-89809-047-7
  • auch unter Litterae-Artesque am 13, Dezember 2019

© Bücherjunge (NZ – 29. Januar 2021 – UR)

 

Findeisen, K.A.: Der Goldene Reiter und sein Verhängnis

Es war das ultimative Geschenkbuch für Freunde und Kollegen, die Dresden besuchten. Einige Zeit lang hatte ich immer ein Extra-Exemplar im Regal. Vor mir liegt ein historischer Roman in ausdrucksstarkem Deutsch, so wie vor Jahrzehnten noch geschrieben wurde. Ehrlich, man liest ganz anders. Kurt Arnold Findeisen schrieb 1954 den historischen Roman DER GOLDENE REITER UND SEIN VERHÄNGNIS.

Vor uns liegt eine „Romanchronik aus den Tagen des Barock“.
In einem „Vorwort“ erzählt der Bildhauer Christoph Rüger im Jahr 1790 von seinem Vater Moritz, der als königlicher Bibliothekarius zu Zeiten August des Starken in Dresden lebte. Wir lernen dieses Dresden im Haus des Johann Melchior Dinglinger kennen, dem Goldschmiedemeister, der aus Schwaben an den kurfürstlich-sächsischen und zeitweise königlich-polnischen Hof kam. Dinglinger ist einer Goldfasanen des Königs. Zu diesen werden ebenso der Bildhauer Balthasar Permoser, der Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann und ein gewisser Johann Friedrich Böttger. Letzterer war Alchimist und hat mit Freiherr Ehrenfried Walther von Tschirnhaus das Meißner Porzellan erfunden, davon habe ich hier bereits einmal geschrieben.

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Wahre Geschichten über das unbekannte Dresden

„Dresden gehört sicher zu den am häufigsten beschriebenen Städten. Da kommt es fast einer Sensation gleich, dass mit diesem Buch ein Werk erscheint, in dem wahre Geschichten erzählt werden, die bisher kaum bekannt sind – Episoden, die sich mitunter nur einen Steinwurf entfernt von solchen immer wieder vorgestellten weltberühmten Gebäuden wie Frauenkirche, Zwinger oder Semperoper ereignet haben: Seltsame Schicksale, große Lebensentwürfe, bizarre Ereignisse, Spaßiges und Schreckliches. Geschichten, die drohen, vergessen zu werden, wenn man sie nicht erzählt, und die eine Stadt erklärbar machen.“ 

Wahre Geschichten – Schutzumschlag

Warum macht einer einen Blog zu Literatur, die nur mit Dresden zu tun hat? Weil er da geboren wurde? Aber in den Bücherschränken von Großeltern und Eltern standen verschiedenste Werke rum. Da wäre zum Beispiel DAS ALTE DRESDEN zu nennen von Fritz Löffler. Gesucht und viel verkauft.

Für mich war es DER GOLDENE REITER, den ich vor Jahren las. Vor Kurzem war hier davon die Rede. Im Laufe der Zeit bekam ich so manches Büchlein geschenkt. DRESDEN – EINE STADT IN BIOGRAFIEN war vor einigen Tagen ebenfalls dran.

 

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Böttger über Tschirnhaus & Böttger

 

Bücher von Hans Joachim Böttger

Zwei in einer Rezension. Denn so wurden sie mir vorgestellt. Vom Autoren persönlich, auf der SCHRIFTGUT in Dresden. Hans-Joachim Böttcher schreibt über „spezielle historische Themen des mitteldeutschen Raumes“. [1] Angetan haben es ihm dem 1947 geborenen Denkmalpfleger und Heimatforscher die Sachsen. Im Dresdner Buchverlag fand er wohl seine Heimat und genau an dessen Stand lernte ich ihn bereits 2014 auf der Dresdner Schriftgut kennen.

Damals hatte ich schon „zu viele“Bücher im Sack, aber letztes Jahr war noch ein wenig Platz übrig. Während der Messe im November 2015 konnten wir plaudern über Sachsen, Dresden und eben über die beiden hier nun vorzustellenden Bücher.

Böttcher hat schon über Christiane Eberhardine geschrieben und über Anna, Prinzessin von Sachsen, diesmal aber sind gleich zwei andere dran. Da wäre zum erstenmal der „Namensvetter“ Johann Friedrich Böttger, und der mit diesem untrennbar verbundene Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Tritt man dem Mann im Anzug gegenüber wird man gefangen in einer Welt sächsischer und Dresdner Geschichte und in diese will ich unsere Leser nun kurz entführen.

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Wahre Geschichten um den Zug der Fürsten

Der Fürstenzug zu Dresden (pixabay)

Aus der Zeit der Wettiner

„Ein in großes Bilderbuch sächsischer Geschichte – so bezeichnet Dieter Nadolski dies Mosaik aus Meißner Kacheln. Meißen? Ja, die sind aus Porzellan. Dann steht man davor, liest unter den Figuren der Wettiner ihre Namen und die Daten ihre Herrschaft und braucht in den meisten Fällen wohl irgendein Nachschlagewerk, will man es genauer wissen. Da hilft dieses Büchlein schon weiter.  Man kann natürlich auch Wikipedia bemühen. aber hier finden wir auch im Buch aller Herrscher in der Reihe. Mit wem geht es los? Die ersten in der Reihe sind Konrad der Große (1127–1156),  Otto der Reiche (1156–1190) und Albrecht der Stolze (1190–1195), Dietrich der Bedrängte (1195–1221): Großvater, Sohn und zwei Enkel. Voll drin sind wir damit in der sächsischen Geschichte und die Zeit, die die drei repräsentieren ist uns durch Sabine Eberts Bücher bestens bekannt. Die anderen beiden sind die letzten auf dem Zug der Fürsten: Albert (1873–1902) und Georg, hier noch als Prinz dargestellt (1902–1904) – Könige von Sachsen. Da fehlt immer noch einer, der letzte Sachensenkönig, aber  der war noch nicht im Amt als der erste Zug auf die leere Wand am Stallhof gemalt wurde. Friedrich August III., König von Sachsen; (1904–1918) wollte wohl nicht oder wurde vergessen?

 

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Baum, Beate: Weltverloren

„Winter in Dresden. Journalistin Kirsten Bertram liegt im Krankenhaus. Dort lernt sie Marianne „Ännchen“ Kulka kennen, die von der Familie Erich Kästners abstammt und einer freikirchlichen Gemeinde angehört. Als Ännchen aus der Klinik entlassen wird, beschließt sie, ihr Leben radikal zu ändern. Sie schließt sich einer Initiative an, die im Namen Kästners den Ausbau der Königsbrücker Straße in der Dresdner Neustadt verhindern will. Doch dann wird ein Praktikant des Erich Kästner Museums ermordet und Ännchen ist die Hauptverdächtige. Kirsten ist hingegen von ihrer Unschuld überzeugt und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln … “ (Klappentext)

Erich Kästner kennt jeder. DAS DOPPELTE LOTTCHENEMIL´s Detektive, die Freundschaft von PÜNKTCHEN & ANTON, oder die vom KLASSENZIMMER, das fliegen kann. Die Autobiografie ALS ICH EIN KLEINER JUNGE WAR kennen schon nicht mehr so viele. Darin beschreibt Kästner seine Kindheit in der Dresdner Neustadt. Dort wurde er in der Königsbrücker Straße im Jahr 1899 geboren. Die Villa seines Onkels Augustin ist heute das Erich–Kästner–Museum und steht am Albertplatz, von dem die Königsbrücker Straße in den Dresdner Norden führt.

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Baum, Beate: Häuserkampf

 

„Vorweihnachtszeit in Dresden. Die Journalistin Kirsten Bertram und ihr Freund Andreas Rönn, Lokalchef der „Dresdner Zeitung“, freuen sich auf die nahenden Festtage. Das ändert sich schlagartig, als Andreas‘ ungeliebter Bruder Frank auftaucht. Als Geschäftsführer einer Hamburger Baufirma will er im Dresdner Hechtviertel, einem Teil der Neustadt und ausgewiesenen Sanierungsgebiet, im großen Stil tätig werden. Andreas ist sich sicher, dass sein Bruder dabei mit unlauteren Mitteln vorgeht. Er beginnt zu recherchieren und steht bald nicht nur vor den Abgründen seiner Familiengeschichte, sondern befindet sich mit Kirsten inmitten eines mörderischen Kampfes um die von der Sanierung betroffenen Häuser.“

Das erste Buch um das Journalistenpaar Kirsten und Andreas.

Die kurze und prägnante Inhaltsangabe reicht, um genau diesen kurz zu beschreiben und um gleichzeitig nichts weiter zu verraten. Beate Baum hat auch in den weiteren Büchern RUCHLOS (2009) und WELTVERLOREN (2010) Themen ausgesucht, die sich mit ausgewählten Dresdner Stadtvierteln beschäftigen. War es in WELTVERLOREN die Königsbrücker Straße, so ist es hier das HECHTVIERTEL. Es geht um die Sanierung deses traditionsreichen Viertels in der Dresdner Neustadt, in dem auch der Erich Kästner Onkel, der Pferdehändler Augustin wohnte, welcher sich später eine Villa am Alberplatz baute.

 

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